Patchworkdecke häkeln

Patchworks (wörtlich übersetzt “Flickwerk”) ist eine besonders in den USA sehr beliebte Form der Handarbeit, bei der Stoffreste oder Flicken liebevoll zu Decken oder anderen Stücken verarbeitet werden.  An größeren Decken arbeiten dabei nicht selten ganze Familien oder Frundeszirkel über längere Zeit gemeinsam. Bei gehäkelten Patchworkdecken erstellen wir uns die nötigen “Flicken” selbst und vernähen sie im Anschluss nach Bedarf. Einerseits ist die hierbei anfallende “Fliessbandproduktion” der gehäkelten Patches zwar eine Geduldsfrage, andererseits ist sie aus technischer Sicht eher simpel – deswegen gilt das Erstellen gehäkelter Patchworkstücke als ideale Aufgabe für AnfängerInnen, die sich mit Lochmustern noch nicht vertraut fühlen.

Bedenken sollte man bei der Planung, dass die Fertigstellung abhängig von der Grösse des Stücks leicht ein paar Wochen oder auch Monate in Anspruch nehmen kann.  Viele Menschen finden Freude an der regelmäßigen Arbeit und beim Zusehen, wie das Projekt mit der Zeit Gestalt annimmt. Wer auf halbem Wege die Lust verliert und schneller ans Ziel möchte, oder einfach nur etwas herumprobieren will kann natürlich jederzeit umdisponieren und kleinere Werkstücke wie etwa einen Satteldecke fürs Schaukelpferd des Jüngsten ins Auge fassen. Geachtet werden muss beim Patchwork Häkeln lediglich darauf, dass für ein Stück Garne von annähernd gleicher Stärke verwendet und im Hinblick auf das spätere Vernähen durchgehend mit an den Seiten zueinander passenden Maschen gehäkelt wird.

Gut und flexibel arbeiten lässt sich mit kleinen Rechtecken von um die 15 cm Seitenlänge, gehäkelt mit 25 Luftmaschen und normalen Maschen über 25 Reihen. Einfache Muster lassen sich einarbeiten, in dem man zum Beispiel jede fünfte Reihe als Stäbchen häkelt. Weitere Muster lassen sich durch die Wahl unterschiedlicher Garne oder die Kombination verschiedenfarbiger “Flicken” bein Vernähen einbringen. Zum Vernähen dient in der Regel transparentes oder farbneutrales Nylongarn. Dabei sollte aber jede Masche einzeln vernäht werden, um ein späteres Verziehen der Decke zu verhindern. Ist das Stück von der Grösse her fertig vernäht, muss noch der Rand stabil verarbeitet werden. Dies geschieht mit Hilfe von Krebsmaschen, wobei im Falle von Stäbchen drei Krebsmaschenauf auf jede Stäbchenmasche entfallen.

Verziert werden kann das gute Stück wie immer durch das Aufbringen von gehäkelten oder aus Stoffresten ausgeschnittenen Blumen, Schmetterlingen o.ä., oder etwas Stickerei. Mag der Winter auch noch so lang werden, mit dem richtigen Patchwork Projekt auf dem Arbeitstisch kann einen kaum etwas aus der Ruhe bringen.  Das soll aber nicht heissen, dass beim winterlichen Patchworken die körperliche Fitness zu kurz kommen darf.  Wenn Schneematsch und Bltzeis Spaziergänge und körperliche Ertüchtigung im Freien erschweren, muss frau sich eben daheim zu helfen wissen.  Bestens empfehlen kann ich hierzu Pauls Schreibtisch Übungen, einen Bildschimschoner mit Gymnastikübungen, die sich teilweise auch im Sitzen ausführen lassen. Das praktische daran ist, dass er immer dann aufaucht, wenn gerade  Zeit  ist. Damit lassen sich düstere Wintergedanken in Schach halten, ein regelmässiger “Patchworkout” natürlich vorrausgesetzt. Für Handarbeitsfans, die sich den Winter mit einem Urlaub in Ägpyten verkürzen, ist ein Besuch des Museum of Egyptian Antiquities in Kairo ein absolutes Muß. Dort ausgestellt sieht man nämlich die älteste bekannte Patchworkarbeit aller Zeiten – hergestellt aus gefärbtem Gazellenleder und datiert auf etwa 1000 vor Christus.

Eure Gabi

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