Der eigene Handarbeitswebsite

An guten Gründen sich einen eigenen Webauftritt zuzulegen, mangelt es nicht.  Eigentlich ist heutzutage die Gelegenheit zur kreativen Beschäftigung mit einem so wichtigen und allgegenwärtigen Medium wie dem Internet schon Grund genug. Nie war es einfacher als heute, und das gilt dank Portalen wie etsy.com, ravelry.com und de.dewanda.com auch und gerade für den Bereich Handarbeiten.  Wer  schnell und ohne viel Hin und Her am World Wide Web “mithäkeln” will, kann dort sich mit nur wenigen Klicks einen eigenen Bereich erstellen, Werkstücke und Anleitungen ausstellen und zum Verkauf anbieten, Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen und Freundschaften schliessen.

Ravelry.com ist ein Community Portal zum Thema Handarbeiten aus den USA. Die Hauptsprache ist Englisch, wovon sich aber niemand einschüchtern lassen sollte,  denn bei Ravelry finden sich auch viele deutschsprachige Gruppen, die Neulingen gern weiterhelfen. Jedes Ravelry Mitglied hat seine eigene Profilseite, auf der fertige Werkstücke ausgestellt, laufende Projekte dokumentiert und persönliche Daten. Gedanken oder Buchtipps angezeigt werden können. All dies ist vollkommen freiwillig – wer einfach nur umsehen und in Anleitungen stöbern will kann dies ohne weiteres tun. Ravelry Mitglieder organisieren sich in Gruppen, sortiert nach Fachgebieten, Stilrichtungen oder Werkstücken, aber auch nach Sprache und einer grossen Zahl sozialer Themen. Hier finden sich Tipps, Tricks und Anleitungen zu allen was das Herz begehrt. Zusätzlich haben Ravelry Mitgleider die Möglichkeit,  mit anderen Mitgliedern über ein systemeigenes System privat zu chatten und sie zu ihrer Freundesliste hinzuzufügen. Um Mitglied zu werden, surft man zur Einladungseite von Ravelry und gibt dort eine gültige E-mail Adresse an. Nach ein paar Tagen erhält man eine Einladung zur Anmeldung. Bei der Anmeldung darf man auch Fantasiedaten eintragen, wobei sich die Angabe des echten Wohnorts zumeist lohnt, da man so Kontakte zu Häkelfans in der wirklichen Welt nicht verpasst.

Wer vom eigenen Online-Shop träumt, wird bei de.dawanda.com, einem deutschsprachigen Internet-Marktplatz für Handgemachtes, fündig. Wer Lust hat, kann hier privat oder gewerblich selbstgemachte Produkte verkaufen. Die Eröffnung eines DaWanda Shops ist gratis, die Konfiguration ist einfach und funktioniert reibungslos. Für das Ausstellen berechnet DaWanda pro Artikel eine Gebühr von 10-30 cent, bei einem Verkauf wird eine Provision in Höhe von 5% fällig. Zur Anmeldung bei DaWanda reicht die Angabe von Vor- und Nachnamen und einer gültigen Email. Im Anschluss erhält man eine Email mit einem Link, der zur Bestätigung der Anmeldung angeklickt werden muß.

Die Konfiguration des Shops nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch. Zunächst muss ein internes Profil durch Angabe von Adressse und Bankverbindung ausgefüllt werden, dann folgen für den deutschen Rechtsraum nötige Angaben zu AGB,  Verbraucherschutz, und Produkthaftung. Die Angabe “privater oder gewerblicher Verkauf“ verdient besondere Aufmerksamkeit, da in Deutschland für gewerbliche Verdienste Steuern anfallen können. Wer sich hier unsicher ist, sollte seinen Steuerberater anrufen oder sich zumindest im DaWanda Rechtsportal ausgiebig informieren. Die Angabe einer Handy Nummer lohnt sich, denn so kann man sich im Falle eines Verkaufs per SMS gratis benachrichtigen lassen. Jeder DaWanda Shop hat seine eigene Webadresse. Zusätzlich haben DaWanda Shop Betreiber die Möglichkeit, eine eigene Grafik als “Firmenlogo” hochzuladen. Just an dieser Stelle beginnt dann auch die “Crux” der kreativen Gestaltung des eigenen Webauftritts. Ein attraktiv zurechtgemachter und übersichtlich strukturierter Shop ist der Grundstein des zukünftigen Erfolgs, ganz wie bei einem “wirklichen” Laden. Wer daran Spaß findet, hat mit einiger Sicherheit einen neues Hobby entdeckt.

Wer bei Ravelry und Dawanda Lust auf Mehr bekommen hat, kann sich zB. bei Blogdiensten wie blogspot.com einen eigenen Blog – also eine private Webseite im Tagebuchformat – einrichten, gratis natürlich. Wieviele Häkelfans daran Spass haben, sieht man hier.  Auch hier reichen eine gültige Email, die Eingabe des Bestätigungscodes und die Auswahl eines Designs um Zugriff auf ein betriebsfertiges Webseitensystem zu bekommen, mit dem man sofort Artikel und Bilder veröffentlichen kann. Gleiches gilt für den Fotodienst Flickr, den Videodienst Youtube und Facebook, den Allrounder unter den sozialen Netzwerken – sie alle bieten schnelle Anmeldung und interessante Kommunikationsmöglichkeiten. Natürlich schliesst eine Mitgliedschaft in einem der  genannten Dienste die Nutzung eines weiteren nicht aus. Wer also fleissig und motiviert Hand anlegt, hat damit die Möglichkeit zur Gestaltung einer über mehrere Dienste verteilten Multi-Visitenkarte – und kann zB. mit bei verschiedenen Diensten platzierten zusätzlichen Videos, Bildern und Inhalten für seinen DeWanda Shop werben.

Doch wie man es auch drehen und wenden mag – bei Portalen, Shop- Medien- Blogdiensten “wohnt” man mit seiner Webpräsenz halt nur zur “Untermiete”. Und wer nach einem erfolgreichem Einstieg Lust auf “eigenen Grund und Boden” im Netz verspürt, benötigt eine eigene Domain. Hierdurch entstehen zusätzliche Unkosten – ca. 10 Euro  jährlich für die Domain, und weitere 40-60 für das Hosting, ebenfalls jährlich. Zusätzlich Arbeit bereitet es auch – denn in diesem Fall muß man seinen Webauftritt von der Picke auf selbst organisieren – doch auch das hört sich schwerer an als es es ist.

Der Weg des geringsten Widerstandes ist, nach einem Provider Ausschau zu halten, der zusammen mit Domain und Hosting ein vorinstalliertes Redaktionsystem wie Joomla oder WordPress anbietet. Wer zuvor einen Blog bei blogspot.com o.ä. betrieben hat, dürfte sich damit in kurzer Zeit zurechtfinden.  Zu den Pluspunkten dieser Systeme gehört eine grosse Auswahl fertiger Layouts, die sich leicht mit einem Logo versehen und später jederzeit austauschen lassen. Auch lassen sie sich um allerlei Zusatzfunktionen erweitern -  einen Online Shop etwa oder ein Forum, oder – für die,  die ganz hoch hoch hinauswollen – gar ein eigenes kleines Communityportal  a la Ravelry.

Rechte, Pflichten, Perspektiven-  eine eigene Domain bringt viele Plus und Minuspunkte. Frisch gebackene Webseitenbesitzer sollten vor dem Loslegen ein wenig zum Thema SEO nachlesen, um technische und redaktionelle Fehler zu vermeiden, die dem Projekt schaden können. Auch sollte man darüber nachdenken, wieviel Zeit man vom eigentlichen Hobby Handarbeiten abzuzwacken bereit ist. Das wichtigste ist, genau wie bei Handarbeiten, genügend Geduld zum Lernen mitzubringen und immer den Spass an der Sache zu behalten.

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