Irische Häkelei

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Häkeltechnik vornehmlich zum Anfertigen von Imitationen von gewebten oder geklöppelten Spitzen verwendet.  Zur Zeit der “Grossen Hungersnot” in Irland (1845-1849) lehrten Ordensschwestern irischen Familien diese Handwerkskunst, um ihnen damit einen alternativen Lebensunterhalt zu verschaffen. So entwickelte sich in Irland ein eigener Stil, die so genannte Irische Häkelei – auch  Gipüre oder Irische Spitze.  Später gelangte die Irische Spitze nach Frankreich, wo aus ihr die so genannte Bretonische Spitze entstand, und von dort aus weiter nach Wien, wo sie sich in die sog. Wiener Häkelgipüre weiterentwickelte.
Für erste Versuche mit der Irischen Häkelei reichen einige Wollreste und eine in der Stärke dazu passende Nadel. Zunächst häkelt man einen aus 6 Luftmaschen bestehenden Ring und schliesst diesen mit einer Kettmasche ab.  In diesen Ring häkelt man immer abwechselnd ein Stäbchen und 3 Luftmaschen, insgesamt 8 mal.  Dabei entsteht ein so genannter Luftmaschenbogen.  In der irisches Häkeltechnik werden ersten Maschen durch Luftmaschen ersetzt, und zwar durch 2 bei einer festen Masche und durch 3 bei einem Stäbchen.  Ein Blütenblatt-Muster entsteht durch folgende Reihenfolge:  feste Masche, Luftmasche, 2 Stäbchen,  Luftmasche, feste Masche. Dieses Muster arbeitet man die in die Luftmaschenbögen ein und setzt es bis zum Ende der Runde fort.  Abschliessend häkelt man eine Kettmasche und schneidet den Faden ab.

Im nächsten Schritt wird das Werkstück  zunächst gedreht. Dann befestigt man mit einer Kettmasche einen neuen Faden am ersten Stäbchen der vorhergenden Runde. Nun häkelt man Luftmaschenbögen aus einem Stäbchen und 4 (statt 3) Luftmaschen und verbindet diese mit dem nächsten Stäbchen durch eine Kettmasche. Jetzt wird ein anderes Muster in die Luftmaschenbögen eingearbeitet: feste Masche, Luftmasche, 3 (statt 2) Stäbchen, Luftmasche, feste Masche.

Die Luftmaschenbögen des dritten Schrittes bestehen aus einem Stäbchen und 5 Luftmaschen. Befestigt werden durch eine Kettmasche an der ersten Runde des vorhergehden Schrittes. Das Muster ändert sich ebenfalls:  feste Masche, Luftmasche, 4 Stäbchen,  Luftmasche, feste Masche. Im nächsten Schritt bestehen die Luftmaschenbögen weiterhin aus einem Stäbchen und 5 Luftmaschen, wogegen sich im Muster die Zahl der Stäbchen noch einmal erhöht: feste Masche, Luftmasche, 5 Stäbchen,  Luftmasche, feste Masche. Nach Beendigung dieses Schrittes ist das Blütenmuster vollendet und kann vernäht werden. Durch schrittweises Erhöhen der Maschenzahl in den folgenden Schritten lässt es sich aber auch nach Belieben erweitern.

Viel Spass

Eure Gabi

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