Kleine Brötchen backen – und das Körbchen dazu

Alles Käse? Nö, Brot. Brotkörbchen, um genauer zu sein, und zwar ein gehäkeltes. Das passt auf den Frühstückstisch, zum Abendessen, zweckentfremdet als Obstkorb oder auch mal für Knabbereien und Naschwerk. Ein Multitalent sozusagen. Und total im Trend, denn Design ist, was man selbst daraus macht! Alle reden von Guerilla Knitting – Häkeln ist viel cooler. Es muss ja nun nicht gleich ein Filetdeckchen oder eine Mütze sein. Mit dem richtigen Garn kann man viel anstellen. Gehäkelte Stuhlsocken, umhäkelte Fahrradrahmen, gehäkelte Taschen für Smartphones und anderes technisches Gerät sind absolut angesagt. Denn viele Häkelgarne sind Natur pur, fassen sich gut an und lassen durch die individuelle Verarbeitung ein Stück Freiheit zu, wo sonst das Diktat des Designs herrscht. Ein iPhone hat jeder – ein gehäkeltes Behältnis dafür, das nicht nur schützt sondern auch noch cool aussieht, nicht. Und vor allem: Es ist Kunst. Ein Unikat. Leider sind die Anleitungen für die trendigen Hüllen oft überfrachtet mit Fachvokabular, so dass potentielle Häkelwillige abgeschreckt werden.

Design spielt auch im Wohnraum eine Rolle – zur Gemütlichkeit kommt das, was gemeinhin als guter Geschmack bezeichnet wird. Definieren kann man das nicht, aber es gehört eine Portion Witz dazu, etwas Humor und Esprit, viel dezente Nutzbarkeit und ein Hauch Dekadenz. Der Bedarf an Brotkörbchen entstand kürzlich durch meinen neuen Heissluft Backofen, mit dem endlich wieder jeden Tag selbstgebackene Brötchen auf den Tisch. Nur, wo packe ich die Brötchen hin? Blechschüsseln sind ungeeignet, die werden heiß, wenn man frische Backwaren hineinlegt. Plastik hat keinen Stil und Glasschüsseln beschlagen. Das Brotkörbchen aus Bast roch eigenartig, als die warmen Brötchen drin lagen – das war mir suspekt. Also musste etwas Neues her. Und da war die Idee: Mützen häkeln, Socken häkeln, Hausschuhe häkeln, das funktioniert doch auch mit Tisch- Frucht-, und Brotkörbchen!

Es braucht dickes Garn (am besten mit mehreren Strängen gleichzeitig häkeln), eine dicke Häkelnadel und etwas Geduld. Generell kann man alles, was grob schüsselförmig gehäkelt ist, nass in Form ziehen und als Brotkorb aufstellen. Schöner wird es aber, wenn man einige Luftmaschen aufnimmt (so etwa fünf), die zum Ring schließt und dann Runde um Runde anhäkelt. Immer ordentlich zunehmen, so dass eine runde Platte entsteht. Wenn der Boden des Körbchens groß genug ist, wird die Wand gehäkelt. Das geht wie vorher: Immer Runde um Runde häkeln, aber keine Maschen mehr zunehmen. Wenn das Körbchen hoch genug ist, wird der Faden verknotet, und das Designerstück ist fertig.

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Viel Spass beim häkeln und backen

Gabi

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